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Geschichte des Schützenvereins Herscheid


Anfänge des Schützenwesens
Die Gemeinde Herscheid kann auf eine Schützentradition zurückblicken, die bis ins 16. Jahrhundert zurück reicht. Es ist davon auszugehen, daß nach dem Hörder Rezeß im Jahre 1533 Herscheider Schützen zur militärischen Bewachung der Burg Altena herangezogen wurden.
Die “Schützenrolle Kerpels Herschede” aus dem Jahr 1676 läßt den Schluss zu, daß es zu diesem Zeitpunkt bereits ein gut organisiertes Schützenwesen in Herscheid gab. In diesem Verzeichnis werden 119 Herscheider Schützen namentlich aufgeführt.
Ursprünglich waren Schützenvereine Notgemeinschaften, So mußten sich die Herscheider während des Dreißigjährigen Krieges, aber auch in späteren Jahren gegen marodierende Heerhaufen und Freibeuter zur Wehr setzen.
In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges hatten die Schützen zum Teil auch Ordnungsfunktionen wahrzunehmen. So fiel 6 Schützen im Jahr 1631 die Aufgabe zu, zusammen mit den Fronen bei einigen Gemeindemitgliedern Vieh zu pfänden, weil diese nicht bereit waren, die fälligen Kontributionen zu zahlen.

Im Jahr 1653 mußten sich die Herscheider gegen den Hauptmann Heinrich Schultheiß vom Bönninghausen´schen Regiment, der sich im Hohenlimburger Schloß einquartiert hatte, erwehren, als sich die Bönninghausen´schen aufgemacht hatten, um Herscheid zu plündern. Durch Wachen gewarnt, konnten sich die Bewohner rechtzeitig zusammscharen und den Eindringlingen mutig entgegentreten, so daß sie ohne Beute davon ziehen mußten.

Zur Zeit der Franzoseneinfälle (1672-1679) wurden die Schützen immer wieder zu polizeiähnlichen Diensten zusammengezogen. 

Im Jahr 1676 wurden die Schützen herangezogen, um die Grenzen der Grafschaft Markt zu bewachen.
Das jährliche Fest der Schützen war die Kirmes zu Pfingsten. Zur Belohnung für ihre Dienste bekamen die Schützen Bier von der Kirchengemeinde spendiert. 200 Jahr lang war die Kirmes das Fest der Schützen.

Durch die Entwicklung des Militärwesens im 18 Jahrhundert zu einem stehenden Heer, trat die Pflege des Soldatentums immer mehr in den Fordergrund. In Folge dessen wurde in Herscheid am 01. Januar 1867 der Wehrverein gegründet.

Der Wehrverein veranstaltete die Kirmes zunächst in altbewährter Weise weiter. Ende des Jahrhunderts wurde das Wehrfest auf das 2. Augustwochenende verlegt. Der Ankauf es heutigen Festplatzes und der Aufbau eines Festzeltes steigert den Volksfestcharakter. Mit dem Bau der Wehrhalle im Jahr 1898 schaffte der Wehrverein einen kulturellen Mittelpunkt in der Gemeinde, der von Kirchen und Vereinen bei größeren Veranstaltungen gerne genutzt wurde.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde nicht nur die Halle durch Artilleriebeschuss völlig zerstört, sondern als militärische Organisation wurde der Wehrverein durch die britische Militärregierung verboten und der Festplatz als Vereinsvermögen beschlagnahmt.

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Die “Wehrhalle” oder auch “Kaiserhalle” wurde 1898 erbaut (Grundsteinlegung 13. April 1898) und wurde im 2. Weltkrieg (ebenfalls am 13. April 1945) durch Artilleriebeschuß in Brand gesetzt.

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Die ersten 50 Jahre (1950 - 2000)
Dem Gründungsjahr 1950 waren fünf schwere Jahre vorausgegangen. 
Zum Kriegsende 1945 kamen viele deutsche Bürger mit Ihren Familien, die Ihre Heimat im Osten verloren hatten, als Vertriebene oder Flüchtlinge nach Herscheid und suchten Unterkunft.

Die Herscheider Bürger mußten zusammenrücken, trotzdem entstand Wohnungsnot. Lebensmittel waren rationiert, es blühte der Schwarz- und Tauschhandel. Mit Einführung der D-Mark kam die Wirtschaft langsam wieder in Gang, und es ging auf allen Gebieten aufwärts. Mit der Normalisierung der allgemeinen Lebensbedingungen wuchs auch der Wunsch zur Wiederkehr nach früheren Gewohnheiten.

So erinnerte man sich an die Wehrfeste der Vorkriegszeit. Die ehemalige Wehrhalle war zu jener Zeit der einzige Raum in der Gemeinde, in dem größere Veranstaltungen möglich waren. In den letzten Kriegstagen 1945 ging sie durch Brand verloren. So wurde der Wunsch und die Forderung aller Gemeindemitglieder nach dem Bau eines neuen entsprechenden Gebäudes ständig stärker.

Deshalb trat der ehemalige Gemeindedirektor Potthoff schriftlich an Gustav Uerpmann heran und bat ihn, sich für die Gründung eines Vereins als Träger einer neu zu bauenden Gemeinschaftshalle einzusetzen.

Gustav Uerpmann hatte einen großen Bekanntenkreis im gesamten Gemeindegebiet und war deshalb für diese Aufgabe prädestiniert. Der spätere erste Vorsitzende, Dr. Alfred Herfel, wurde als Mitstreiter gewonnen und so konnte in einer Versammlung im Herbst 1950 Einigkeit darüber erzielt werden, daß ein Schützenverein - neutral und unparteiisch - die beste Basis als Trägerverein biete.

Am 5. November 1950 erfolgte die offizielle Gründung im Vereinslokal “Zum Adler”. Zur Gründungsversammlung erschienen 52 Bürger, die dem noch einzutragenden Verein beitraten. 
Die erste Jahreshauptversammlung fand am 28. Januar 1951 statt. Als 1. Vorsitzender wurde Dr. Alfred Herfel gewählt. Sein Stellvertreter wurde Otto Herzog. 
Das erste Schützenfest fand vom 11. bis 13. August 1951 im angemieteten Zelt statt. Erster Schützenkönig wurde Wilhelm Hoffmann. 
Ab 1957 wurde das Schützenfest in der neu erbauten Schützenhalle gefeiert. Um das Sportschießen weiterführen zu können, wurden am 1.1.1963 die aktiven Schützen unter der Bezeichnung “Sportschützen Herscheid”€ zusammengefaßt. Im selben Jahr wurde der Aufbau einer Jugendabteilung vorangetrieben. Der Jungschützenkönig wird bereits seit dem ersten Schützenfest ausgeschossen.

Seit dem Schützenfest 1967 bis zum Jahr 2012 organisierten die “Donnerbüchsen”€ den Frühschoppen am letzten Schützenfesttag. Dabei wurden Missetaten und Vorkommnisse Herscheider Bürger humoristisch aufs Korn genommen. Dies geschah in Lied- und Gedichtform. Die “Übeltäter”€ erhielten außerdem auch immer ein passendes, selbst gebasteltes Präsent. Nach und nach bekundeten auch immer mehr Frauen ihr Interesse am Schießsport, so daß seit dem Jahr 1971 auch Frauen Mitglieder des Vereins werden dürfen. Im Jahr 1981 wurde unter der Leitung von Willi Narweleit, und auf Anregung von Gerhard “Bella”€ Belz, die Seniorengruppe des Schützenvereins Herscheid gegründet.

Seit 1984 führt der Schützenverein jährlich die Gemeindemeisterschaften im Luftgewehrschießen durch.

Am 13. April 1995 gedachten die Herscheider Schützen in einer eindrucksvollen Gedenkstunde der 50. Wiederkehr des Einmarsches amerikanischer Truppen in Herscheid und der Befreiung vom nationalsozialistischen Regime unserer Gemeinde.

Das neue Jahrtausend begann für den Herscheider Schützenverein mit dem Jubiläumsschützenfest zum 50jährigen Bestehen, welches vom 18. - 21. August 2000 gefeiert wurde.

Anläßlich des Jubiläumsschützenfestes fand erstmalig das Kaiserschießen statt. Erster Kaiser wurde Kurt Wellbrink. Das Kaiserschießen wird seither alle drei Jahre durchgeführt.

 

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Das neue Jahrtausend (2000 - 2006)

Im Jahr 2001 hatte die Emanzipation auch den Schützenverein Herscheid erreicht. Mit Annerose Kober holte erstmals eine Frau den Vogel von der Stange und regierte somit die Herscheider Schützen. 

In einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung am 06.09.2001 beschlossen die Mitglieder das Schützenfest zu reformieren, um die Kosten für das Fest zu minimieren.
Nach 13 Jahren als Oberst trat Lothar Schröder im Oktober 2001 aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurück. Es sollte jedoch nicht das Ende der Ära Schröder im Schützenverein sein ... 
Auf der Jahreshauptversammlung am 09.02.2002 konnte kein neuer Oberst gefunden werden. Thomas Alfringhaus übernahm das Amt zunächst kommissarisch. Im Vorstand ergaben sich weitere personelle Veränderungen. Die langjährige Schießwartin Annerose Kober wurde von Annette Schmidt abgelöst.

Anlässlich des Frühjahrsmarktes fand am 04.05.2002 das Kreis - Jungschützen- Königsschießen statt. Insgesamt 41 Jugendliche aus acht Schützenvereinen legten auf den Königsvogel an. Kreisjungschützenkönig wurde Sebastian Borlinghaus.

Das Schützenfest fand vom 19.Juli bis 22. Juli statt. König wurde Arno Schulte. Letzmalig fand der Donnerbüchsenfrühschoppen an einem Montag statt.

Das reformierte Schützenfest 2003 begann mit dem Kaiserschießen. Paul-Gerhard Bräucker holte den Vogel von der Stange. Auf der Jahreshauptversammlung 2004 löste Lothar Schröder Wolfgang Weyland als 1. Vorsitzender ab. Zum Schützenkönig 2006 wurde Benno Deitmerg 3. Kaiser und mit Peter und Lars Cramer erstmalig Vater und Sohn König und Jungschützenkönig.

Moderne, unter der Decke angebrachte Dunkelstrahler ersetzten im August 2007 die alte Heizungsanlage in der Schützenhalle. Wegen strengerer Vorschriften beim Königsschießen mußte zudem ein neuer Kugelfang gebaut, sowie Vögel in leichterer Bauweise verwendet werden. Die erste Königswürde auf dem neuen Schießstand in der Halle errang 2008 Uwe Feuerer.

Am 23. Dezember 2009 zerstörte ein Wasserschaden den gesammten Parkettfußboden im Saal. Bis Mai 2010 dauerten die Instandsetzungsarbeiten an. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde zusätzlich eine Fußbodenheizung installiert.

Die nächsten zwei Kaiserperioden waren Familiensache. Hans- Jürgen Wrobleski löste 2012 seine Ehefrau und Vorgängerin aus dem Jahr 2009, Kaiserin Irmgard, ab.

Am 3. Februar 2012 fand zum ersten mal die sehr erfolgreiche Apres-Ski-Party statt. Sie wurde zusammen mit der Landjugend Plettenberg-Herscheid durchgeführt.

Auf den Schützenfesten 2004 bis 2011 spielte der Musikverein Lichtringhausen als Hauptkapelle. Ab

Schützenfest 2012 fand er im Musikverein Neuenrade einen sehr geschätzten Nachfolger.

Schützenfest 2012 gestalteten die seit 1966 beliebten und erfolgreichen Donnerbüchsen letztmalig den Frühschoppen.

Im Herbst vermeldeten die Betreuer eine sehr gute Beteiligung beim Jugendschießen.

Auf der Jahreshauptversammlung 2013 lösten Dirk Schöttler und Lars Cramer als Führungsduo Lothar Schröder und Egbert Schmidt ab.

2013 übernahm mit Peter Schürman ein Herscheider Wirt die Schützenfestbewirtung.

Auf vielfachen Wunsch aus der Bevölkerung organisierten einige Schützen unter Leitung von Ömer Aydin ab September 2013 eine Bogenschießgruppe, die sehr erfolgreich startete.

Zum Schützenfest 2014 reaktivierte der junge Vorstand wieder den in den vergangenen Jahren eingeschlafenen Kirmesbetrieb.

 

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